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Schwarz auf Weiß – das THW-Update // Die Akte Sagosen

Schwarz auf Weiß – das THW-Update Schwarz auf Weiß – das THW-Update
Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt Gesprächsbedarf. Bei Ihnen auch? Bei mir schon. Ich bin abgelenkt: von den sportlichen Erfolgen des THW Kiel in der Handball-Bundesliga (die Zebras sind weiter ungeschlagen), von der Champions League (am Mittwoch 36:28 gegen RK Zagreb). Warum? Weil alle Welt über Sander Sagosen spricht. Der norwegische Superstar möchte zurück in seine Heimat, dort Gallionsfigur eines spannenden Handball-Projektes werden und am liebsten schon bald die Champions League an den Trondheimsfjorden holen. Sollte man ihm das verdenken? Sagosen könnte sich in Trondheim ein Denkmal setzen, sein Vater ist Teil des Trainerteams im Stadtbezirk Kolstad. Keine leichte Entscheidung für einen Sportler. Was sagt Sagosen eigentlich selbst zu seiner Zwickmühle? Der Norweger möchte “mit offenen Karten” spielen und sagt im Gespräch mit unserer Zeitung: “Mein Bauchgefühl wird entscheiden.”
Ich finde jedoch: Dieser Schritt käme zu früh. Sagosen ist erst 26 Jahre alt, seine Karriere folgt einem von langer Hand angelegten Plan: Haslum, Aalborg, Paris, Kiel. Würde er seinen bis 2023 datierten Vertrag bei den Zebras um zwei weitere Jahre bis 2025 verlängern, könnte er mit 30 immer noch als Handball-Heiliger seines Landes nach Norwegen zurückkehren, wäre dann vermutlich mit weiteren Titeln - und sogar dem Prädikat “Welthandballer”? - dekoriert und hätte sich eines bis dato an ihm haftenden Makels entledigt.
Denn in Teilen blieb der Rückraumspieler an der Förde bisher hinter seinen Erwartungen zurück. Unbestritten: Sagosen ist ein genialer Assist-Geber, zieht Gegenspieler auf sich wie kaum ein anderer, schafft Räume, prägt das Spiel zuweilen. Seine Wurfquote lässt allerdings mitunter noch zu wünschen übrig, in der Crunchtime entscheidender Matches - Königsklassen-Viertelfinale gegen Paris, Pokal-Halbfinale gegen Lemgo, zuletzt beim 28:28 gegen die Füchse Berlin - überdreht der Norweger allerdings, zuweilen versagen ihm die Nerven. Sollte man Sagosen also vielleicht sogar schon nach dieser Saison im Sommer 2022 ziehen lassen, eine Ablösesumme kassieren und einen anderen Spielmacher an der Seite von Domagoj Duvnjak, der voraussichtlich noch länger in der Landeshauptstadt bleibt, aufbauen? Auf ein anderes Pferd setzen? Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie Ihre Meinung zu diesem Thema aussieht. Momentan scheinen sich die Geister an Sander Sagosen zu scheiden. Und an der Frage: Geht er? Oder geht er nicht?
Am besten nicht ablenken lassen von den sportlichen Erfolgen, schließlich ist der Oktober eine einzige langgezogene Crunchtime. Da bedarf es voller Konzentration.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei den nächsten Auftritten Ihrer Zebras!
Ihr
Tamo Schwarz
THW-Reporter
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Spruch der Woche

Sander hat das Angebot, das wir ihm vorgelegt haben, noch nicht akzeptiert. Mit jedem Tag wird es wahrscheinlicher, dass er es nicht annimmt.
THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi zum Vertragspoker um Superstar Sander Sagosen.
THW-Statistik

46,15 % - so hoch beziehungsweise niedrig war die Trefferquote von Sander Sagosen in den vergangenen vier Wochen vor dem Zagreb-Spiel am Mittwoch. Gegen Meshkov Brest erreichten sechs von 11 Würfen ihr Ziel, in den folgenden Partien sah es so aus: 7 aus 12 gegen Flensburg, 1 aus 4 gegen Elverum, 0 aus 4 gegen Erlangen, 5 aus 11 gegen Montpellier, 1 aus 2 gegen Minden, 4 aus 8 gegen die Füchse Berlin. Und gegen Zagreb? Boom! Acht Versuche, sechs Treffer, Sagosen on fire!
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