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Schwarz auf Weiß – das THW-Update // Eine Welt, aus den Fugen geraten

Schwarz auf Weiß – das THW-Update Schwarz auf Weiß – das THW-Update
Moin, liebe Leserinnen und Leser,
noch nie ist mir der Spagat zwischen unterhaltsamer Sportberichterstattung und bitterernstem Weltgeschehen so schwer gefallen wie dieser Tage. Da stürzt der russische Autokrat Wladimir Putin die Ukraine in einen Krieg, und gleichzeitig geht es in den hiesigen Handballhallen um so etwas Banales wie Punkte. Oder das Erreichen der nächsten Runde. Wie soll man da die richtigen Worte finden?
Wahrscheinlich gibt es sie gar nicht. Denn niemand von uns ist nicht betroffen von dem, was nur wenige Hundert Kilometer entfernt passiert. Entweder emotional von den Bildern, die uns erreichen. Oder auch ganz unmittelbar, weil sich Freunde oder Familie in Gefahr befinden.
„Eigentlich ist das alles nicht wichtig, was wir hier treiben“, sagt auch THW-Trainer Filip Jicha angesichts der weltpolitischen Lage, bei der sich nun offenbart, wie eng sie mit dem Profisport verknüpft ist.
Zuerst verbannten viele Klubs, auch der THW, die Werbung der inzwischen auf Eis liegenden Gas-Pipeline Nord Stream 2 aus ihren Arenen. Das Unternehmen hatte seit 2018 einen hoch dotierten Sponsoringvertrag mit der Marketinggesellschaft der Europäischen Handballföderation. Die folgte dann auch dem Beispiel vieler anderer Verbände und schloss russische und belarussische Mannschaften und Nationen aus ihren Wettbewerben aus.
THW Kiel begrüßt Spielabsage gegen Brest
Mit Folgen für den THW Kiel, dessen für den 10. März geplantes Heimspiel gegen Meshkov Brest aus Belarus abgesagt wurde. Eine Entscheidung, die der Verein ausdrücklich begrüßte.
Schon bevor die EHF Fakten schuf, hatte THW-Rückraumspieler Nikola Bilyk eindeutig Stellung bezogen. Die Eltern des Österreichers sind Ukrainer. Seine Großmutter lebt im vom Krieg gezeichneten Donezk. Wie er mit der Situation umgeht, lesen Sie hier:
Putins Krieg: Nikola Bilyk betet für die Verwandten in der Ukraine
Wie sich der Ausschluss von Brest aus der Champions League mathematisch auf die Tabelle der Gruppe auswirken wird, ist noch unklar. Noch hat die EHF nicht verkündet, ob alle Resultate gestrichen werden oder möglicherweise eine Regel analog zu coronabedingten Spielabsagen gefunden wird. Dann würden die noch ausstehenden Partien mit 2:0 Punkten und +10 Toren für die im Wettbewerb verbleibenden Mannschaften gewertet.
Für die Kieler macht das vor ihrem nun letzten Gruppenphasen-Auftritt in Zagreb am heutigen Donnerstagabend (20.45 Uhr) keinen großen Unterschied. Mit einem Sieg hätten sie Platz zwei in der Gruppe und damit die direkte Viertelfinal-Qualifikation sicher.
Das erwartet die Kieler in Zagreb
In der Balkan-Talentschmiede erwarten die Zebras, die ohne Torwart Niklas Landin und Rune Dahmke antreten müssen, einige alte Bekannte. Zum Beispiel Zeljko Musa, einer der Routiniers, die das Team seit dieser Saison verstärken. Hier verrät er, wieso Zagreb seit November deutlich bessere Ergebnisse einfährt - und auf welchen Kieler er sich besonders freut:
Musa vor Gruppen-Finale gegen den THW Kiel: "Haben uns gefunden"
Das Spiel in Zagreb können Sie heute Abend wie immer bei uns im Liveticker verfolgen. Vielleicht ist das ja eine willkommene Ablenkung vom übrigen Weltgeschehen, das aus den Fugen geraten zu sein scheint.
Alles Gute!
Ihre
Merle Schaack,
THW-Reporterin
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