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Schwarz auf Weiß – das THW-Update / Wiencek-Schock & Spitzenspiel-Fieber

Schwarz auf Weiß – das THW-Update Schwarz auf Weiß – das THW-Update
Liebe Leserinnen und Leser,
als ich am vergangenen Sonntag in der Berliner Max-Schmeling-Halle saß, hatte ich irgendwann im Laufe der zweiten Halbzeit ein Gefühl, das ich schon gar nicht mehr kannte. Ich würde es “Spitzenspiel-Fieber” nennen. Dieses Gefühl tief im Bauch, wenn man als Fan, Beobachter, Berichterstatter tief in eine Partie hineingezogen wird. Wenn diese Hitchcock-Momente über die Bande springen, einen fesseln, für einen kurzen Moment Raum und Zeit vergessen lassen. Am vergangenen Sonntag irgendwo am Prenzlauer Berg habe ich genau das gespürt. Gespürt, dass mit diesem 28:26-Erfolg bei den Füchsen Berlin das Spitzenspiel-Fieber ausgebrochen, die heiße Phase der Saison eingeläutet ist. Das war eines dieser Spiele, die das Prädikat “Schlüsselspiel” verdient haben. Allen Widrigkeiten zum Trotz gekämpft, zurückgelegen, weiter gekämpft, am Ende doch gewonnen. Der Stoff, aus dem Meistergeschichten gemacht sind.
Drei Tage später hätte die Fieberkurve weiter nach oben zeigen müssen. Doch während THW-Superstar Sander Sagosen mit einem fiebrigen Infekt gezwungen war, das Bett zu hüten, ausgerechnet das Duell mit seinem Ex-Verein Paris Saint-Germain verpasste, kroch mir in der Kieler Wunderino-Arena ein anderes Gefühl in die Kleider. Mittwochabend, Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League, nur noch ein Schritt bis zum Final Four in Köln - und ich denke: “Bonjour tristesse.” Wie schade, dass die 10285 Kieler Fans, die normalerweise die Wunderino-Arena in einen Hexenkessel verwandeln, eine Partie dieser Güteklasse, ein Erlebnis dieser Art nur vor dem Fernsehschirm verfolgen dürfen, weil die Corona-Pandemie den Spitzensport noch immer im Klammergriff hält (und dennoch werden im Rückspiel voraussichtlich 800 Zuschauer in Paris zugelassen sein). Wie tragisch, dass sich die Zebras ohne Hilfe ihrer lautstarken Anhänger allein am eigenen Schopf aus dem Sumpf eines Vier-Tore-Rückstandes ziehen müssen. Und wie sie das taten. Wieder einmal trotzten sie den Begleitumständen (Sagosen und Bilyk verletzt, Weinhold angeschlagen, Patrick Wiencek zu Beginn der zweiten Halbzeit verletzt), wieder holten sie das Momentum auf ihre Seite und gingen am Ende mit 31:29 als Sieger vom Feld. Zugegeben, es hätten auch vier Tore Vorsprung sein können, am Ende waren es jedoch beim 31:29 nur zwei. Aber wir haben in Berlin gesehen, wozu Domagoj Duvnjak, Teufelskerl Harald Reinkind und Co. auch auswärts in der Lage sind.
Eines ist doch klar: Vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch (18.45 Uhr, Liveticker auf KN-online) wird es erneut aufflammen, das “Spitzenspiel-Fieber”. Geht es Ihnen nicht auch so? Am Sonnabend (18.30, Liveticker auf KN-online) beim Heimspiel gegen Balingen-Weilstetten vielleicht noch nicht ganz. Oder wie es THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler ausdrückte: “Wir haben jetzt noch 16 Spiele in sechs Wochen. Da muss man sich fragen, warum uns das so auferlegt wird. Wir Spieler jedenfalls wurden nicht gefragt. Wir haben dann nach der Saison eine Woche Urlaub, fahren dann zu Olympia und sollen danach wieder ein Jahr durchspielen. Wir sind keine Roboter!”
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Feiertag. Lassen Sie sich anstecken von diesem “Spitzenspiel-Fieber”! Passen Sie in diesen weiterhin herausfordernden Zeiten aber auch gut auf sich und Ihre Lieben auf!
Ihr
Tamo Schwarz
THW-Reporter
P.S. Und ganz kurz vor Veröffentlichung dieses Newsletters erreichen uns jetzt gerade schlechte Nachrichten: Patrick Wiencek hat sich im Spiel gegen Paris einen Wadenbeinbruch zugezogen und wird für mindestens vier Wochen ausfallen. Wir wünschen gute und schnelle Genesung!
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28:26 in Berlin: THW Kiel besiegt die Füchse
Spruch der Woche

Ich hoffe, dass der beste Niclas Ekberg erst noch kommt. 
THW-Rechtsaußen Niclas Ekberg (32) auf die Frage, ob in dieser Saison der beste Niclas Ekberg aller Zeiten bei den Zebras auf dem Feld steht.
THW-Statistik

10 Tore hat Harald Reinkind im Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris erzielt, neun waren es am vergangenen Sonntag bei den Füchsen Berlin. Der Norweger läuft im rechten Rückraum zu absoluter Höchstform auf und bleibt trotzdem - cool!
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