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Schwarz auf Weiß – das THW-Update // WM-Start im Zeichen von Corona

Schwarz auf Weiß – das THW-Update Schwarz auf Weiß – das THW-Update
Liebe Leserinnen und Leser,
für mich als Handball-Reporter ist der Januar für gewöhnlich so etwas wie die “fünfte Jahreszeit”. Jedes Jahr stehen im Wechsel Welt- und Europameisterschaften auf dem Programm, tauche ich für drei Wochen im Januar ein in den Turniermodus. Aber was ist in Zeiten der Corona-Pandemie schon gewöhnlich? Seit Mittwoch wird bei der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten gespielt. Ich bin dieses Mal nicht vor Ort - wie übrigens nahezu alle meiner Kollegen anderer Zeitungen, Radio- und Fernsehsender, die aus Sicherheitsgründen aus der Heimat berichten.
Je näher die WM rückte, desto trauriger wurde ich. Das gebe ich zu. Ich muss aber auch sagen: Mit einem guten Gefühl wäre ich nicht geflogen. Dennoch wird die WM die Fans hoffentlich in ihren Bann ziehen. Vor Ort allerdings nicht, denn der Handball-Weltverband IHF lenkte auf Drängen der Spieler in letzter Minute ein und lässt nun doch keine Zuschauer in den WM-Arenen zu. Angesichts zahlreicher Corona-Meldungen im zum ersten Mal auf 32 Mannschaften aufgestockten Teilnehmerfeld machen sich Sorgenfalten auf meiner Stirn breit. Tschechien und die USA mussten ihre Mannschaften wegen eines Corona-Ausbruchs zurückziehen, Nordmazedonien und die Schweiz rückten nach. Wir werden alle Informationen und jede Menge Lesestoff in den kommenden Wochen für Sie bündeln.
Ein Novum: Spieler des deutschen Meisters und frischgebackenen Champions-League-Siegers THW Kiel stehen nicht im Aufgebot von Bundestrainer Alfred Gislason. Der Isländer musste insgesamt neun Absagen verkraften, seine Mannschaft völlig neu formieren. Die Generalprobe in Köln gegen Österreich glückte eindrucksvoll mit 34:20 in der EM-Qualifikation. Zu kämpfen hatte Gislason mit seinem Torhüter Andreas Wolff. Der Ex-Kieler kritisierte öffentlich seine ehemaligen THW-Mitspieler Patrick Wiencek, Steffen Weinhold und Hendrik Pekeler für ihre WM-Absage aus familiären Gründen. Zuvor hatte sich auch Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes, bereits kritisch geäußert. Selten habe ich Äußerungen als so deplatziert wahrgenommen. Ich empfehle einen Blick auf die aktuelle gesamtgesellschaftliche Lage und habe höchsten Respekt vor der Entscheidung des Kieler Trios. Andreas Wolff ist ein toller Torhüter, der mich in so manchem Spiel und nicht zuletzt beim großen EM-Coup 2016 in Krakau von den Stühlen gerissen hat. Hier war er offensichtlich schlecht beraten und hat den Blick über den Tellerrand vermissen lassen. Von Bundestrainer Alfred Gislason gab’s dafür eine Rüge.
Und der THW? Bei den Zebras ist nach dem aufregenden Dezember ein wenig Ruhe eingekehrt. Die Gerüchteküche brodelt trotzdem. Bei den Wechselgerüchten um den kroatischen Rechtsaußen Ivan Cupic handelt es sich allerdings um eine Ente. Wahrscheinlicher könnte da schon ein Transfer des norwegischen Kreisläufers Petter Øverby vom HC Erlangen sein. Wer weiß? Vielleicht kommt der Abwehrstratege ja als Weltmeister an die Förde.
Ich wünsche Ihnen in der “THW-freien Zeit” spannende WM-Spiele am Fernsehschirm! Passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf!
Ihr
Tamo Schwarz
THW-Reporter
Zitat der Woche

Niemand sollte sich angesichts der Pandemie und der Vielschichtigkeit der Herausforderungen das Recht herausnehmen, über die individuell getroffene Entscheidung einzelner urteilen zu wollen.
Viktor Szilagyi, THW-Geschäftsführer, über die Kritik von Andreas Wolff an der WM-Absage der Zebras Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold.
THW-Statistik

7 Zebras sind bei der WM in Ägypten im Einsatz. Neben den dänischen Titelverteidigern Niklas und Magnus Landin, Harald Reinkind und Sander Sagosen (Norwegen), Domagoj Duvnjak (Kroatien) und Miha Zarabec (Slowenien) rückte auch Oskar Sunnefeldt für Schweden noch in den A-Kader auf.
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