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Schwarz auf Weiß – das THW-Update // Zebras sind die Könige Europas

Schwarz auf Weiß – das THW-Update Schwarz auf Weiß – das THW-Update
Liebe Leserinnen und Leser,
ich wollte Sie gerade mit den Worten “Was für ein Wochenende!” begrüßen. Dabei wurde das Final Four in der Champions League in diesem Jahr an einem Montag und Dienstag ausgetragen - und dann auch noch unmittelbar nach Weihnachten. In Zeiten der Corona-Pandemie ist wirklich nichts mehr, wie es einmal war. Also noch einmal von vorne: Was für ein Wochenanfang! In einem epischen Finalturnier der Königsklasse hat sich der THW Kiel den vierten Stern im Vereinswappen erspielt. Die Zebras schrieben in der Kölner Lanxess Arena ein echtes Wintermärchen, triumphierten zum vierten Mal nach 2007, 2010 und 2012 als Könige Europas.
Champions-League-Sieg über Barcelona - THW Kiel schreibt ein Wintermärchen
Fans waren leider am Rhein nicht dabei, einen tosenden Empfang an der Förde gab es auch nicht. Keine Feier auf dem Rathausplatz, keine Bühne, kein Gesang, kein Rathausbalkon. Glücklich (und bestimmt ein bisschen beschwipst, das ist aber nicht en detail überliefert) kehrte die Zebraherde mitten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit dem Charterflieger von Köln nach Kiel-Holtenau zurück. Mit an Bord: der Architekt des Erfolges, der Dirigent dieses schwarz-weißen Orchesters - Filip Jicha.
Mit einer taktischen Meisterleistung hatte der Tscheche seine Schützlinge im Finale auf den FC Barcelona eingestellt, den Fokus geschärft, personellen Widrigkeiten getrotzt. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich irgendwann einmal vom Stilmittel des siebten Feldspielers, der für den Torwart im Angriff aufs Spielfeld kommt, schwärmen würde. Nicht selten verströmt dieser Schachzug den Geruch purer, verkrampfter Verzweiflung. Nicht so am Dienstagabend im Endspiel gegen die Katalanen, als Filip Jicha das 7:6 mit einer breit angelegten Eleganz veredelte. Der Kieler Cheftrainer ist nun erst der dritte Handballer überhaupt, dem als Spieler und Trainer der Gewinn der Champions League gelang. Und der einzige, der dieses Kunststück mit ein und demselben Verein vollbrachte.
THW-Trainer Filip Jicha - Der Dirigent und sein Orchester
Handball-Final-Four - Das Corona-Risiko spielte bei Paris SG mit
Leider war in Köln beim Final Four nicht alles Gold, was glänzt. Für Ungereimtheiten sorgte der Umgang mit zwei positiven Corona-Tests beim Halbfinalisten Paris Saint-Germain. Ein infizierter Spieler reiste nicht mit nach Deutschland, der andere wurde in Köln isoliert. Allerdings: Die Nachverfolgung der Erstkontakte des Gesundheitsamtes verlief im Sande. Während also der THW Kiel in diesem Monat in eine behördlich angeordnete Quarantäne geschickt wurde, haben die Franzosen gespielt und am Ende den dritten Platz belegt. Laut dröhnte am Rande der Spiel der Song “The Show Must Go On” von Queen aus den Arena-Lautsprechern. Was bleibt, ist ein beklemmendes Gefühl und der Eindruck, dass das Final Four vor dem Hintergrund der Medien- und Sponsorenverträge der Europäischen Handballföderation (EHF) nach dem Motto “Augen zu und durch” um jeden Preis ausgetragen werden sollte. Man darf gespannt sein, ob wir es hier am Ende mit einem Superspreader-Event zu tun bekommen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch in ein hoffentlich gesundes und glückliches neues Jahr! Passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf!
Ihr
Tamo Schwarz
THW-Reporter
Zitat der Woche

Für mich ist Peke in den letzten Jahren schon immer der MVP gewesen.
THW-Rückraumspieler Steffen Weinhold zur Wahl Hendrik Pekelers zum wertvollsten Spieler des Finalturniers in Köln.
THW-Statistik

85 Tore hat THW-Rechtsaußen Niclas Ekberg in der Champions-League-Saison 2019/2020 erzielt und sich damit zum Top-Torjäger gekrönt. Allerdings ein König ohne Krone. Denn weil das Nachhol-Final-Four pandemiebedingt mitten in der neuen Spielzeit ausgetragen wurde und im Sommer einige Spieler die Vereine wechselten, entschied sich die EHF, die Ehrung in diesem Jahr auszusetzen.
Und noch eine Auszeichnung...

Sportlerwahl in SH - THW Kiel ist Mannschaft des Jahres 2020
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